Der Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 war Mitte der 1980er-Jahre das sportliche Aushängeschild der W201-Baureihe: Vierventiltechnik, präzises Fahrwerk und Langstreckentauglichkeit in kompakter Form. Weltweit bekannt wurde das Modell durch Ayrton Sennas Sieg beim Einladungsrennen auf dem neu eröffneten Nürburgring-GP-Kurs 1984 – am Steuer eines seriennahen 190 E 2.3-16.
Am 12. Mai 1984 fand auf dem neu eröffneten Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings ein besonderes Einladungsrennen statt – das sogenannte “Race of Champions”, mit dem Mercedes-Benz die Premiere seines sportlichen 190 E 2.3-16 feierte. 20 Formel-1- und Rallye-Stars – darunter Niki Lauda, Alain Prost, Keke Rosberg und James Hunt – traten in identisch präparierten Serienfahrzeugen gegeneinander an. Der damals erst 24-jährige Ayrton Senna, noch am Beginn seiner F1-Karriere, gewann das Rennen souverän und machte damit international auf sich aufmerksam. Senna war vom präzisen Handling und der technischen Balance des 190 E 2.3-16 derart beeindruckt, dass er sich nach dem Rennen ein eigenes Exemplar kaufte, das er persönlich in Stuttgart übernahm und privat nutzte. Eine offizielle „Senna-Edition“ gab es zwar nie, doch dieser Triumph und Sennas persönlicher Bezug zum Fahrzeug haben den 190 E 2.3-16 dauerhaft mit seinem Namen verbunden – bis heute gilt er als „der Mercedes, den Senna fuhr“.
Der 2,3-Liter-Vierzylinder (Baureihe M102) mit 16-Ventil-Zylinderkopf leistet in der europäischen Spezifikation 136 kW / 185 PS. In Kombination mit einem eng abgestuften Fünfganggetriebe und der neu entwickelten Fünflenker-Hinterachse bot der 2.3-16 ein präzises, neutrales Fahrverhalten – eine Eigenschaft, die später auch in die C-Klasse-Baureihen übernommen wurde. Die spanische Zulassungsurkunde unseres Exemplars bestätigt die Typangabe „190 E 2.3-16“ sowie die originale Leistung.
Der 190 E 2.3-16 verband Alltag und Motorsportanmutung: vier Türen, hohe Verarbeitungsqualität, ABS und für seine Zeit fortschrittliche Sicherheitsstrukturen. Die charakteristischen Elemente – dezenter Heckflügel, aerodynamische Schürzen, Leichtmetallräder und ein tiefergelegtes Fahrwerk – machten ihn zur sportlichen, aber zurückhaltenden Alternative zu Coupés wie dem BMW M3 E30. Gerade diese Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Understatement erklärt seinen bis heute anhaltenden Kultstatus.
Das andalusische Zulassungspapier weist unseren Wagen als 190 E 2.3-16 aus, mit Motorcode-Familie M102 und Erstzulassung im Januar 1985. Das Dokument wurde 1988 in Jaén erneuert. Umbauten oder Abweichungen sind nicht verzeichnet – das Fahrzeug entspricht technisch der originalen Spezifikation. Damit repräsentiert es die sportlichste Variante der frühen W201-Baureihe in authentischer Form.