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Alfa Romeo GTV

1973 positionierte sich Alfa Romeo durch den Anspruch auf Exklusivität und machte einen bedeutenden Schritt in Richtung eines höheren technischen Niveaus auf. Dieser Alfa Romeo Alfetta GTV wurde als stärkste Version der Baureihe entwickelt, und sein charakteristisches Design ist zwar typisch Alfa, aber klar eigenständig, sodass er nicht mit anderen Modellen verwechselt werden kann – gleichzeitig vermittelt er das Gefühl eines vollständig maßgeschneiderten Fahrzeugs.
Die Serie I wurde nur vier Jahre lang produziert (1974–1980), was einer sehr begrenzten Stückzahl entspricht. Unter GTV-Fans ist er als der letzte Sportwagen der „Old-Schooler“ bekannt.

Leistungsfähigkeit

Das Magazin auto motor und sport verglich den Alfa Romeo Alfetta GTV in einem ausführlichen Test mit dem damals neuen BMW 5er (E12) (520i) hinsichtlich Haltbarkeit, Geschwindigkeit und Komfort. In diesem Vergleichstest ging der Alfa klar als Sieger hervor.

Das Alfetta Coupé wurde zudem von den italienischen Carabinieri sowie der Polizia di Stato als Polizeifahrzeug eingesetzt. Die Alfetta-Limousine diente außerdem als offizielles Begleitfahrzeug des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moro, der später in diesem Fahrzeug auf der Via Fani in Rom von den Roten Brigaden (Brigate Rosse) entführt wurde. Er wurde über Monate festgehalten und später ermordet; die Ereignisse lebten in einer fiktionalisierten Darstellung im kritisch anerkannten italienischen Film Il Divo weiter, in dem auch zahlreiche Alfetta-Modelle verschiedener Ausführungen zu sehen sind – von den „Kurzschnauzen“-Carabinieri-Versionen mit runden Scheinwerfern bis hin zur „Langschnauzen“-2000er-Version mit eckigen Leuchten des Ministerpräsidenten.

Die faszinierende Karosserie der Alfa Romeo-Modelle wurde von dem berühmten italienischen Designer Giorgetto Giugiaro entworfen, dessen kreative Arbeiten auch Designklassiker wie den Lotus Esprit, den Fiat Panda, den Fiat Uno, die Lancia Delta, den VW Golf I und den Audi 80 hervorgebracht haben. Seine Entwürfe inspirierten zahlreiche Entwicklungen und neue Ideen, die damals kaum vorstellbar waren – etwa die Kombination einer extrem flachen, niedrigen Front mit einem voluminöseren Heck, das sowohl der Aerodynamik dient als auch Platz für vier Personen und einen relativ großzügigen Kofferraum bietet. Ebenso galt die Integration der Scheibenwischer im Spalt zwischen Motorhaube und Windschutzscheibe als neuartige Lösung, die sich später durchsetzte.

Durch die De-Dion-Hinterachse verfügt der GTV über eine relativ stabile Gewichtsverteilung: Der Motor sitzt vorn, während Kupplung und Getriebe im Bereich der Hinterachse in einem gemeinsamen Gehäuse als Transaxle-Anordnung untergebracht sind.

Ein Genuss für die Sinne

Dieser Vierzylinder mit Fünfganggetriebe des Coupé-Ikons sorgt für eine überraschende und beeindruckende Straßenperformance. In den 1970er-Jahren gab es kein Fahrzeug von Alfa Romeo, das mit der Geschwindigkeit des Alfa Romeo Alfetta GTV vergleichbar war und gleichzeitig einen so hohen Komfort beim Sitzen und Fahren bot.

Im Vergleichstest des Magazins auto motor und sport lieferte der BMW zwar 130 PS, doch der Alfa musste sich deutlich weniger anstrengen. Der Grund dafür liegt in rund 200 Kilogramm weniger Gewicht sowie im robusten Transaxle-Getriebe, wodurch man sich nahezu schwerelos zwischen den Fahrzeugen bewegt.

Im Jahr 2016 wurde unserer Fahrzeug vollständig restauriert, unter anderem mit Felgen von Ronal. Die Karosserie wurde neu lackiert, und der Innenraum wurde mit Fertan behandelt, wodurch er effektiv vor Rost geschützt und in einem neuwertigen Zustand erhalten ist. Dieser lebendige GTV ist ein echter Athlet auf zeitgenössischen Leichtmetallrädern und in einer seltenen Farbkombination, Blu Olandese und tan interior.

Sportlichkeit und Design erreichen beim Alfetta ein sehr hohes Niveau, doch die sorgfältige Arbeit und die Liebe zum Detail führen zu überraschendem Komfort und großer Geschwindigkeit. Mit dieser echten „la meccanica delle emozioni“ wirst du zum Neid jedes anspruchsvollen Sammlers.

Legracy

Der Alfa Romeo Alfetta GTV wurde schnell zum Favoriten unter Rennsport-Enthusiasten und kam sogar bei verschiedenen Motorsportveranstaltungen zum Einsatz, wo er seine Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Wie mein Vater und ich ihn im Laufe der Jahre bei mehreren Rallyes – etwa der Passione Engadina – nutzten, weckte er auch im Freundeskreis großes Interesse. Bereits im darauffolgenden Jahr baten uns drei befreundete Familien darum, den Wagen selbst ausprobieren zu dürfen, bevor sich einige von ihnen schließlich eigene Exemplare zulegten.

Im Laufe der Zeit hat der GTV eine treue Fangemeinde gewonnen, und viele Enthusiasten restaurieren und erhalten diese klassischen Fahrzeuge mit großer Hingabe. Der Alfa Romeo Alfetta GTV ist zu einem Symbol italienischer Automobilleidenschaft geworden und steht für eine Ära, in der Autos vor allem mit Blick auf Fahrfreude gebaut wurden – und nicht lediglich, um technische Spezifikationen zu erfüllen.

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